Reichenturm - der schiefe Turm von Bautzen

Text: Franziska Henke

 

Wer vom Osten aus einst die reiche Stadt Bautzen betreten wollte, tat dies durch das Reichentor, welches durch den prachtvollen Reichturm stets geschützt wurde.

Selbst heute können Sie erahnen, wie anmutig und prächtig der Turm vor mehr als 500 Jahren ausgesehen haben muss.

Bereits im 15. Jahrhundert gehörte der Reichenturm zur Bautzener Stadtbefestigung und war eingebettet in die Stadtmauern Bautzens. Wie alle anderen Türme Bautzens, wurde er zu erst überwiegend aus Holz gebaut. Lediglich der untere Teil bestand aus Stein.

Durch viele Brände in der Stadt wurde auch der Reichenturm immer wieder in Mitleidenschaft gezogen. Die immer wiederkehrenden Baumaßnahmen ermöglichten An- und Umbauten, von denen heute noch einige erhalten sind.

Eine der letzten großen Umbauten erfolgte im Jahr 1718, unter der Regentschaft von August dem Starken. Dabei kam u.a. die prächtige barocke Haube aus Stein als krönender Abschluß auf und die kleine Türmerwohnung in den Reichenturm.

Mit dem Wegfall der ehemaligen Toranlage, Mitte des 19. Jahrhunderts, begann sich der Turm zu neigen. Mit einer Neigung von 1,44 Meter aus dem Lot lädt heute der Schiefe Turm von Bautzen seine Besucher zu einem Aufstieg ein. Der Reichenturm ist somit der schiefste Turm nördlich der Alpen, der als Aussichtsturm noch genutzt wird.

Erfahren Sie mehr zum Schiefen Turm von Bautzen bei einem Stadtspaziergang mit mir als Tuchhändlerin Teda. Finden Sie die vielen Gründe heraus, die dazu führten, dass sich der Bautzener Reichenturm neigte, wie es den Bautzenern 1954 gelang, eine größere Schieflage des Turmes zu verhindern und mit welcher Raffinesse die Bautzener zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Gelder zum Wiederaufbau ihres Reichenturmes und der Stadt Bautzen beschafften.