Ortenburg Bautzen

Hoch oben auf einem Felssporn aus Granit, liegt trutzig die Ortenburg Bautzen über dem Tal der Spree.

Bis Ende des 10. Jahrhunderts war die Bautzener Burganlage die Stammesburg der Milzener, einem westslawischen Stamm. Das Gebiet der Milzener wurde durch König Heinrich I. erobert und er gründete 928 eine Landesburg auf dem Gebiet der heutigen Ortenburg.

Nach jahrelangen Streitigkeiten um die Oberlausitz und deren Besitztümer, wurde im Jahre 1018 durch den Frieden von Bautzen beschlossen, die Bautzener Burg als Verwaltungszentrum einzurichten.

Ersterwähnung als Ortenburg und Hintergründe

Die Ersterwähnung der Bautzener Burg als Ortenburg ist auf das Jahr 1405 zurück zu führen.

Vom Ende des 13. bis weit in das 17. Jahrhunderts hinein, diente die Ortenburg als Sitz des Landvogtes. Der Burg vorgelagert befand sich das so genannte Burglehn. Der Landesherr hat dort den Adligen der Burgbesatzung Grundstücke als Lehn für ihre Stadthäuser überlassen.

Ende des 15. Jahrhunderts ließ der Ungarnkönig Matthias Corvinus die Ortenburg im gotischen Stil ausbauen. Dabei wurde das markanteste Gebäude des Burgkomplexes erbaut, der, spätgotische Matthiasturm mit der St. Georgskapelle.

Die Ortenburg, wie auch viele Gebäude der Stadt Bautzen, fiel den vielen Bautzener Stadtbränden und den Kriegen immer wieder zum Opfer. So wurden im Jahr 1698 die drei markanten Renaissancegiebel am Schloß fertiggestellt und zur Stadtseite starke Mauern mit einem Burggraben, dem heutigen verfüllten Schloßgraben, errichtet.

Im 19. Jahrhundert wurde das Kornhaus, welches als Magazin- und Salzhaus diente, errichtet. Nachdem es seine Funktionalität verlor, errichtete man darin das Bautzener Schwurgericht und ab 1971 das Sorbische Museum sowie das Bautzener Burgtheater mit seinem Rietschelgiebel.

Die ältesten Bestandteile der Burganlage sind der Burgwasserturm und der in der Hofmitte befindliche Brunnen. Er wurde in den Granitfelsen gebrochene und hat eine Tiefe von ca. 17 Meter, um das Regenwasser zu sammeln.

Stadtführung zur Ortenburg

Wollen Sie den Geheimnissen der Bautzener Ortenburg auf die Schliche kommen? Möchten Sie erfahren, wie es Matthias zu seiner Zeit, ohne Computer, schaffte, in einer Rekordzeit von nur 3 Jahren die Burg um- und aufzubauen, welche Gründe es gab Kapellen über den Eingangstoren zu errichten oder wie das Hauptgebäude, das Schloß, heute genutzt wird? Dann lassen Sie uns gemeinsam im historischen Gewand zu einem Stadtspaziergang aufbrechen.